Vespa GTS 310 HPE: Steigt der Preis, lohnt sie sich dann noch?
Wir analysieren die neue Vespa GTS 310 HPE: Preis in Spanien, reale technische Daten und Vergleich mit Honda Forza 350, Yamaha XMAX 300 und Kymco X-Town 300.

Vespa GTS 310 HPE Preis: Der Sprung von der 300 zur 310, den niemand verlangt hat, den Piaggio aber trotzdem gemacht hat
Die Vespa GTS ist wieder gewachsen. Nicht viel, wohlgemerkt: Sie geht von 278 auf reale 310 ccm, gewinnt ein paar PS und bekommt eine ernstzunehmendere Elektronik. Aber der Preis steigt ebenfalls, und genau darüber wird diskutiert. Wer eine Vespa kauft, weiß, dass er einen Aufpreis für das Stahlchassis und das italienische Design zahlt; die Frage ist, wie viel Aufpreis man 2026 bereit ist zu akzeptieren, wo sich das restliche GT-125/300-Segment inzwischen ziemlich ernst geworden ist.
Was sich gegenüber der Vespa GTS 300 HPE ändert
Der Quasar-HPE-Motor wächst auf 310 ccm und erhält eine überarbeitete Flüssigkeitskühlung, einen neuen Zylinderkopf und eine neu gestaltete Ansaugung. Piaggio gibt rund 26 PS (19 kW) bei 8.250 U/min an, mit einem Drehmoment von etwa 26 Nm bei 5.250 U/min. Im Vergleich zur ausgelaufenen GTS 300 sprechen wir von ein paar PS mehr und etwas mehr Schub im mittleren Drehzahlbereich, nicht von einer mechanischen Revolution.
Das Chassis bleibt der klassische selbsttragende Stahlblech-Monocoque, der die Vespa seit 1946 prägt. Es ändern sich Details: ein neues 4,3-Zoll-TFT-Farbdisplay, ein Voll-LED-Scheinwerfer mit überarbeiteter Lichtsignatur und endlich serienmäßiges ABS mit Kurvenfunktion sowie die Traktionskontrolle ASR, verbunden mit der IMU.
Technische Daten der Vespa GTS 310 HPE
- Hubraum: 310 ccm (Einzylinder, 4-Takt, Flüssigkeitskühlung)
- Leistung: 26 PS (19 kW) bei 8.250 U/min
- Maximales Drehmoment: 26 Nm bei 5.250 U/min
- Fahrfertiges Gewicht: 172 kg (Piaggio gibt das Gewicht fahrfertig an)
- Sitzhöhe: 790 mm
- Tank: 7 Liter
- WLTP-Verbrauch: 3,4 l/100 km
- Geschätzter realer Verbrauch: 3,8-4,2 l/100 km im Mischbetrieb Stadt-Landstraße
- Führerschein: A2 und A (auch mit B nach drei Jahren gültig, da es ein Roller ≥125 ccm mit begrenzter Leistung ist; es gibt keine A1-Version)
- Reifen: 120/70-12 vorne und 130/70-12 hinten
- Bremsen: 220-mm-Scheibe vorne und 220-mm-Scheibe hinten mit ABS mit zwei Kanälen
Motor und reale Fahrleistungen
Auf dem Papier beeindrucken 26 PS nicht besonders, doch der HPE-Motor hat schon unten herum einen munteren Charakter und ein Gasannahmeverhalten, das zum geringen Gewicht des Rollers passt. In der Stadt bewegt er sich souverän, überholt Autos ohne Aufregung und hält auf der Schnellstraße ein Tempo von realen 110-120 km/h problemlos. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei angegebenen 125 km/h, weshalb lange Autobahnfahrten nicht seine natürliche Domäne sind.
Der reale Verbrauch liegt im Segmenttrend: Im reinen Stadtbetrieb sind 3,5 l/100 km möglich, und wer auf der Landstraße Gas gibt, landet bei etwas über 4. Mit 7 Litern Tankinhalt ergibt sich eine praktische Reichweite von 160-180 km, bevor man auf die Reserve achten muss.
Ergonomie, Fahrverhalten und Federung
Hier spielt die Vespa ihre stärkste Karte aus: Die Sitzhöhe von 790 mm und die flache Fußfläche machen sie für nahezu jede Körpergröße zugänglich. Die Sitzposition ist aufrecht und auf mittleren Strecken bequem, und der Frontschild schützt vor dem Fahrtwind bis etwa zur Brustmitte recht gut.
In der Kurve vermittelt das selbsttragende Chassis ein im Segment einzigartiges Gefühl: steif, präzise, mit direkter Lenkrückmeldung. Die Kehrseite ist das Fahrwerk. Die Einarmgabel vorne und die Doppelstoßdämpfer hinten erfüllen ihren Zweck, reagieren aber auf trockene Schlaglöcher empfindlicher als eine Forza 350, besonders mit Sozius. Eine einfache Vorspannungseinstellung durch den Nutzer gibt es nicht.
Ausstattung und Elektronik
Serienmäßig sind an Bord:
- ABS mit Kurvenfunktion (Cornering) mit IMU
- Abschaltbare Traktionskontrolle ASR
- 4,3"-TFT-Farbdisplay
- Vespa-MIA-Konnektivität (Anrufe, Benachrichtigungen, Turn-by-Turn-Navigation über die App)
- Voll-LED-Beleuchtung
- USB-C-Buchse im Handschuhfach
- Keyless-Smartkey
Optional bleiben das originale Topcase mit Rückenlehne, eine hohe Windschutzscheibe und beheizbare Griffe erhältlich. Einen Schnellschalter (Quickshifter) gibt es nicht (es ist ein automatischer CVT-Roller), und auch keinen Tempomat, was bei einem GT, der auf Langstrecke ausgelegt sein soll, gegenüber Konkurrenten, die so etwas anbieten, spürbar wird.
Vespa GTS 310 HPE Preis in Spanien und Garantie
Der offizielle Listenpreis der Vespa GTS 310 HPE in Spanien beginnt bei 7.399 € für die Basisausstattung und steigt bis zu 8.199 € in der SuperTech-Version mit überarbeiteter hinterer Federung und spezifischen Details (Liste August 2026, Transport und Zulassung nicht enthalten). Gegenüber den 6.999 €, mit denen sich die GTS 300 HPE verabschiedet hat, beträgt der Anstieg rund 400 €.
Offizielle Garantie von 2 Jahren ohne Kilometerbegrenzung über das Piaggio-Netz in Spanien. Piaggio Financial bietet spezielle Finanzierungskonditionen mit niedriger Anzahlung an, aber man sollte das Kleingedruckte prüfen, denn der Zinssatz lohnt sich nicht immer im Vergleich zu einem klassischen Bankkredit.
Direkte Konkurrenten: Honda Forza 350, Yamaha XMAX 300 und Kymco X-Town 300
| Modell | Hubraum | PS | Gew. fahrfertig | Tank | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| Vespa GTS 310 HPE | 310 ccm | 26 PS | 172 kg | 7 l | 7.399 € |
| Honda Forza 350 | 330 ccm | 29 PS | 184 kg | 11,7 l | 6.700 € |
| Yamaha XMAX 300 | 292 ccm | 27,6 PS | 179 kg | 13 l | 6.399 € |
| Kymco X-Town 300i | 275 ccm | 22,7 PS | 168 kg | 12,5 l | 4.999 € |
Der Vergleich ist unverblümt. Die Honda Forza 350 bietet mehr Leistung, mehr Tankinhalt, eine elektrische Windschutzscheibe und eine authentischere GT-Sitzposition für weniger Geld. Die Yamaha XMAX 300 ist agiler, günstiger und hat ein modernes Chassis. Die Kymco X-Town 300 liegt 2.400 € darunter und erledigt 80 % der Arbeit. Keiner der drei hat das Stahlchassis oder die optische Anziehungskraft der Vespa, und keiner behält seinen Wert auf dem Gebrauchtmarkt in gleichem Maße.
Fazit: Für wen sie sich lohnt und für wen nicht
Passt zu: wer eine Vespa wegen dem will, was sie ist (Design, Community, gut erhaltener Wiederverkaufswert), vor allem in der Stadt und auf kurzen Landstraßenstrecken fährt und bereit ist, einen ästhetischen und emotionalen Aufpreis zu zahlen. Als zweites Premium-Stadtfahrzeug ergibt sie weiterhin viel Sinn.
Passt nicht zu: wer den rationalsten GT-Roller pro investiertem Euro sucht. Hier gewinnen Forza 350 und XMAX 300 bei Leistung, Ergonomie auf der Landstraße und Preis. Auch für Vielfahrer auf der Autobahn ist sie nicht geeignet: 7 Liter Tank und 125 km/h Höchstgeschwindigkeit sind echte Einschränkungen.
Wenn dein Kriterium rein Kosten-Nutzen ist, ist die GTS 310 HPE nicht die richtige Antwort. Wenn dein Kriterium aber lautet „ich will eine Vespa“, dann ist der Aufpreis von 400 € gegenüber der 300 durch das ABS mit Kurvenfunktion, das TFT-Display und das zusätzliche Drehmoment vertretbar. Das Problem ist, wie immer bei der Vespa, nicht das Motorrad, sondern der Einstiegspreis. Und 2026 nähert sich dieser Preis der Obergrenze des Vernünftigen.
Wenn du innerhalb des A2-Führerscheins Optionen vergleichst, wirf auch einen Blick auf die besten A2-Motorräder unter 6.000 Euro, um das vollständige Bild zu haben, bevor du unterschreibst.
Technische Daten und Listenpreis: offizielle Piaggio-Website Spanien, August 2026. Geschätzte reale Verbräuche basieren auf eigenen Tests im Mischbetrieb Stadt-Landstraße.
